Das vierte Türchen

Heute geht es um ein Märchen. Es ist ein bisschen schräg, aber wenn man zum ersten Mal durchs Buch blättert, noch ohne die Geschichte zu kennen, deutet sich das bereits in den Bildern an.

Der Held der Geschichte ist Spotz, ein Trolljunge aus dem Königreich Niegelungen. Trolle sind dort eher weniger geachtet, aber König Kastanius hat allen seinen Untertanen die gleichen Rechte zugesichert. Einer der Schwierigkeiten damit hat, Trolle als gleichberechtigt anzusehen, ist ausgerechnet der Sohn des Königs, Prinz Roquefort. In der Schule geht er mit Spotz in eine Klasse und die beiden geraten ständig aneinander. Für Spotz ist das besonders hart, weil er zu Wutanfällen neigt und – einmal provoziert – leicht ausrastet. Als Roquefort dann doch den Bogen überspannt, gibt Spotz dem Prinzen eins auf die Nase – und fliegt dafür von der Schule.

Doch die Chance, zu zeigen was in ihm steckt, kommt schneller als gedacht. König Kastanius ist spurlos verschwunden, er scheint von den berüchtigten Schnupfwieseln entführt worden zu sein. Spotz macht sich auf, ihn zu finden. Seine Freunde Kevin und Joe begleiten ihn, obwohl beide auch alles andere als Helden sind. Aber die Hexe Miss Locke, die in der Schulmensa arbeitet, hat ein wachsames Auge auf das Trio. Außerdem bekommt Spotz von seinem Opa ein paar gute Tipps, wie man seine Wut bändigt, und dass die Macht der Gefühle auch eingesetzt werden kann, um anderen zu helfen. Alles scheint gut, da taucht schon wieder Prinz Roquefort auf.

Die Geschichte ist sehr ungewöhnlich für ein Märchen. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor US-Amerikaner ist und das Buch im Original auf Englisch erschienen, da ist der Humor möglicherweise ein anderer. Die Gespräche zwischen Spotz und seinem Opa fand ich gut, auch, was Spotz daraus macht und wie er lernt, seine Gefühle zuzulassen, ohne alles kurz und klein zu hauen, oder Roquefort eins auf die Nase zu geben. Wut kennt schließlich jeder. Und Wut kann jeder aushalten, wie Spotz letztlich. Deshalb hat das Buch auch den Titel „Spotz. Alles unter Kontrolle“. Die Bilder fand ich super, die Idee des Wunschbaums (der sich selbst ständig Sachen wünscht) und die Figur der Miss Locke, die ihre wahre Identität erst nach und nach offenbart, haben mir auch gefallen. Für Harry Potter-Fans wie mich ist das Buch zu kindlich, ich empfehle es Kindern ab 10 Jahren, Fans von lustigen Abenteuergeschichten und Comics, denn die Geschichte hat wirklich eine Menge Illustrationen.

Die Schnupfwiesel. Der Autor Rob Harrell hat die Bilder im Buch selbst gezeichnet.

Eure Dana von den Lesedetektiven