6. Dezember

Von Amelie Merck

An ihrem 13. Geburtstag schießen plötzlich Flammen aus Aribellas Fingern – in einem Moment, als sie sich gegen den fiesen Gian wehren muss. Er behauptet, das Mädchen würde einen Fluch über die Bucht von Venedig und ihre Bewohner:innen bringen. Aribellas Freund Theo hält dagegen. Doch dann wird er Opfer eines Geisterangriffs. In derselben Nacht verschwindet Aribellas Vater.

Ein geheimnisvoller Fremder, der Sterndeuter Rodolfo, bringt das Mädchen in Sicherheit, in den Palast der Canovacci. So heißen die heimlichen Beschützer Venedigs, Menschen, die besondere Talente oder übersinnliche Fähigkeiten haben. Wie sich herausstellt, ist Aribella eine von ihnen. Sie beherrscht Feuer. Als so genannte Novizin der Canovacci wird sie ausgebildet, ihre Kraft zu beherrschen und für das Gute einzusetzen. Sie lernt Persephone – genannt „Seffie“ – kennen, die mit Tieren sprechen kann. Ihr vertraut Aribella an, dass sie der Anblick des Geistes noch immer verstört. Weil sie befürchtet, dass es nicht ihre letzte Begegnung mit dem Totenreich war. Als Aribella eine magische Maske in die Hände fällt, wie alle Canovacci sie tragen, stößt sie auf die Geschichte ihrer Mutter.

Die britische Theaterregisseurin Anna Hoghton widmet ihr erstes Kinderbuch ihrer Lieblingsstadt Venedig. Damit sorgt sie schon einmal für eine tolle Kulisse aus Historie und Magie. Wer (wie ich) noch nicht in Venedig war, kann sich anhand der Beschreibungen vorstellen, wie prächtig, faszinierend und mystisch die Stadt mit ihren Wasserstraßen, Brücken und Häusern, den Palazzi, ist. Auch Elemente des Karnevals greift das Buch auf. Aribella findet nämlich heraus, dass die Maske, die sie gefunden hat, gar nicht für sie bestimmt war. Und dass sie es wie einst ihre Mutter in der Hand hat, Venedig zu retten.

Die Figuren sind gut gelungen und ihre besonderen Fähigkeiten schön erzählt. Ich empfehle das Buch Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, wobei ich davon ausgehe, dass das Buch wegen seiner Gestaltung eher Mädchen anspricht als Jungen. Man sollte sich, wie bei einer venezianischen Maske, nicht vom äußeren Erscheinungsbild täuschen lassen.

Zum Buch: Anna Hoghton, „Aribella und die Feuermaske“, erschienen bei dtv.