3. Dezember

Als Ava im Fernsehen eine Karte sieht, die zeigt, dass ein Großteil ihrer Stadt Hamburg schon bei 2°C Erderwärmung untergehen wird, reißt es ihr den Boden unter den Füßen weg. Sie ist total geschockt und zieht deshalb mit anderen Aktivist:innen in Protestcamp auf den Hof ihres Klassenkameraden Kruso. Dort lernt sie viel und das Camp ist auch nicht erfolglos, doch ihre Eltern, die Schule und sogar ihr bester Freund Leon stehen nicht hinter ihr. Wie viel ist der Einsatz für Umweltschutz wert?

Mir gefällt das Buch total. Es ist fantastisch, dass so wichtige Themen wie Klimawandel und Aktivismus Hauptthemen in einem Roman sind. Ich finde es toll, wie viel man beim Lesen lernt, es macht aber auch sehr viel Spaß, was vielleicht daran liegt, dass die Geschichte in ziemlich aktueller Jugendsprache formuliert ist. Das kenne ich von anderen Jugendbüchern nicht so. Außerdem sind geniale Reden und Sprüche für Plakate dabei, die ich mir ohne Weiteres abschreiben würde! Von den Personen mag ich die Rusowskis ganz gerne, am liebsten Kruso, aber auch Sybill. Kruso ist einfach irgendwie faszinierend, Sybill ganz die liebe Hausfrau. Ich finde es schön dass sie, obwohl ihr Hof kurz vor der Pleite steht, so viel zu geben hat, für das Camp kocht und immer alle Verletzten versorgt. Die Hauptperson Ava finde ich natürlich auch total super, vor allem, weil sie auch nicht perfekt ist und zum Beispiel die Ökobilanz von
Avocados nicht kannte. Mich hat überrascht, dass Leon als ihr bester Freund, sie nicht in ihrem Aktivismus unterstützt.

Was mir nicht so gut gefällt ist, dass sich am Ende nicht klärt, was mit Leons Familie passiert. Aber vielleicht ist das ja auch ein Thema für einen Teil 2!?! Über den würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen.

Gaby ist Schülerin der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in Berlin-Charlottenburg. Foto: privat

Ich finde den Roman definitiv empfehlenswert, weil die Geschichte einfach schön ist und das Ende Mut und Zuversicht macht. Das Cover ist cool gestaltet, vor allem der Klappentext als Demoschild.
Vorne könnte es vielleicht sogar noch aktivistenmäßiger aussehen, zum Beispiel mit Krepppapier. Dann würde es noch besser zur Geschichte passen.

Die Autorin Annette Mierswa lebt mit ihren zwei Kindern genau wie Ava in Hamburg, was den Roman noch realer macht, und schreibt dort Kinder- und Jugendbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt und mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. Außerdem bietet sie Lesungen und Schreibworkshops an.

Buchinfo: Annette Mierswa: Wir sind die Flut. Erschienen bei Loewe.